Alltagsplaudereien/ Kochen/ Vegetarisch

Böhmische Knödel Rezept & Geständnisse

Böhmische Knödel

Hallo, ihr Lieben!

Bevor ich zu den Knödelchen (aka Monsterrollen, doch das sehen wir uns gleich an) komme, muss ich euch etwas gestehen:

Ich hasse Teige!

Ich kann nicht einmal genau sagen, warum, denn so viele habe ich in meinem Leben noch nicht verarbeitet, als dass ich eine Abneigung dagegen hätte entwickeln können. Es ist vielmehr der Gedanke daran, den Teig weiter zu verarbeiten (denn Kneten macht ja übernimmt ja glücklicherweise die Maschine für mich), sei es ein Mürbe-, Hefe- oder Quark-Öl-Teig. Dieses Ausrollen, in Form bringen, Gehenlassen, lässt schon beim Gedanken daran meine Motivation schwinden; mir vergeht regelrecht die Lust.

Das Kuriose ist, überwinde ich mich dann doch und raffe mich auf, gehen die Arbeitsschritte kinderleicht von der Hand und ich fühle mich fantastisch danach. Befriedigt dadurch, meinen inneren Schweinehund (ist das eigentlich ein Eigenname?) überwunden und etwas geschaffen zu haben, deren Herstellung mir zutiefst zuwider war. Und ich werde besser darin, das Flohgetier zu bestechen und mich an ihm vorbei zu schleichen; immer öfter wage ich mich an neue Teig-Herausforderungen. Die nächste Große wird das Brotbacken sein, doch solange übe ich mich weiter an Kleinkram – wie den Böhmischen Knödeln.

Böhmische Knödel

Eine Erinnerung an meine Kindheit, als wir im schönen Tschechien in eine Gaststätte eingekehrt sind und ich sie zumeist mit Gulasch bestellte. Ich liebe es, sie mit der Gabel zu zerteilen, sie in reichlich gute Soße zu tunken, zu warten, bis sie sich vollgesogen haben und den saftigen Bissen dann erst zu essen. Lasst uns an dieser Stelle kurz verweilen, in stiller Vorfreude auf das kommende Rezept, denn es wird Zeit für Geständnis Nummer zwei:

Ich habe meine Kitchen Aid öfter geputzt, als benutzt.

Um euch, Dank ungalanter Überleitung, mal aus dem kulinarischen Traum zu reißen – es ist traurig, aber wahr. Kitty (sie hat noch nicht einmal einen ehrwürdigeren Namen bekommen) und ich fanden eines schönen Tages zusammen, als man sie mir als Geschenk in liebevolle Obhut gab. Ich freute mich wahnsinnig, denn nun besaß ich den Traum eines jeden Kochmädchens. Und ich besaß sie, und besaß sie … aber nutzte sie nicht.

Mehrere Putzgänge vergingen, dann hatte sie endlich ihren ersten großen Einsatz. Ein Schokokuchen (die Erinnerung ist so dunkel, dass ich nicht einmal mehr weiß, was für einer) sollte es werden. Rühren ließ er sich auch wunderbar, doch dann musste Kitty Dreckspatz gebadet werden. Tja, und dann stand ich da und kämpfte mit dem Quirl, verteilte dabei munter Schokokuchens flüssige Reste in der Küche, fluchte und schimpfte, doch es bewegte sich nichts, außer das Teigrührdingens in seiner Halterung. Auch der herbeigerufene Herr KM, eigentlich als mein Retter gedacht, bekleckerte sich eher mit Teig als mit Ruhm bei dem Versuch, Kitty den Quirl zu entreißen. Irgendwann, viele Verwünschungen später, ist es dann einem von uns gelungen – wie, blieb vollkommen unklar.

Ich hoffe an dieser Stelle, dass wenigstens einer unter euch bekannt vorkommt, wie dämlich wir uns damals angestellt haben, und dass sie mittlerweile weiß, dass des Rätsels Lösung so einfach ist: Hochdrücken, Mädels! Und zwar nicht nur den Metallring, sondern locker aus dem Handgelenk den ganzen Quirl nach oben und dann eine scharfe Drehung. Ohne Geschmadder, ohne Meckern.

Jedenfalls begann dann wieder eine des Zeit des Putzens, an einen Neustart von Kitty und mir war vorerst nicht zu denken. Bis zu dem ehrwürdigen Tag, an dem ich beschloss, Böhmische Knödel zu machen (da ist sie, die vermisste Überleitung!). Noch bevor ich den Teig in die Schüssel gefüllt hatte, hatte ich den Dreh raus, das Wechseln des Aufsatzes war super einfach – und ich total motiviert. Meine Kitchen Aid und ich mögen uns mittlerweile und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir von nun an viele meiner Küchenabenteuer gemeinsam bestreiten werden!

Jetzt aber genug geschnattert, da habt ihr endlich das Rezept!

Was kommt rein

1 kg Mehl, Typ 550
1 Würfel frische Hefe
1 TL Zucker
300 ml lauwarmes Wasser
2 Eier
2 TL Salz

Der Teig reicht für vier große Rollen und kann nach dem Aufschneiden und Abkühlen prima portionsweise eingefroren werden. Wer das nicht möchte, halbiert die Teigzutaten einfach.

Böhmische Knödel     Böhmische Knödel

Wie wird’s gemacht?

Das Mehl, das Ei und das Salz in eine Rührschüssel geben. Hefe und Zucker im Wasser auflösen und solange ruhen lassen, bis die Mischung zu schäumen beginnt. Das Gemisch anschließend zum Mehl geben und zu einem geschmeidigen Teig verkneten (er sollte nicht an der Schüssel kleben, aber auch nicht zu trocken sein; ggf. noch etwas Mehl oder Wasser hinzugeben).

Böhmische Knödel     Böhmische Knödel

Den Teig nun an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich im Volumen in etwa verdoppelt hat.

Böhmische Knödel

Anschließend den Teig in vier gleichgroße Teile teilen …

Böhmische Knödel

… und zu Rollen formen.

Böhmische Knödel

Ca. 1 1/2 Liter Wasser in einem (sehr großen, da der Teig nochmals sehr aufgeht) Topf erhitzen, salzen und zwei bis vier Rollen (je nach Größe des Topfes) auf einmal hineingeben. Die Knödel 20 bis 25 Minuten sprudelnd kochen lassen und zwischendrin immer mal wenden.

Böhmische Knödel

Herausnehmen, noch warm schneiden (entweder mit einem sehr scharfen Messer, oder einem Faden) und sofort servieren.

Böhmische Knödel

Gefrorene Knödelscheiben über Wasserdampf erhitzen, oder aufgetaut in der Mikrowelle mit einer Tasse Wasser anbei kurz erhitzen.

Und sonst so?

Biergulasch gab es dazu: KLICK

Böhmische Knödel

Ich wünsche euch einen schönen Start in die Woche!

Liebe Grüße
Kochmaedchen

Das könnte Dir auch gefallen

4 Kommentare

  • Reply
    erziehung-kreativ
    23/09/2013 at

    Super Rezept. Scheint gut geklappt zu haben, da Deine Knödel wirklich „böhmisch“ ausschauen. Ich mag Gulasch nur selten und wenn ich wirklich Appetit auf tschechische Küche habe, dann kommen bei uns die Knödel mit „Svícková“ auf den Tisch. Ist auch nicht wirklich schwer zu machen und schmeckt lecker.

    Herzliche Grüße aus Wien
    Dita

    • Reply
      Astrid
      04/12/2013 at

      Dieses Rezept ist auf jeden Fall machbar, aber die echten Böhmischen Knödel von meinen Vorfahren waren mit etwas mehr Zusaten bestückt und soooooo….. fein, dass sie teilweise einfach nur so gekocht, nach dem frischen Aufschneiden, stibitzt wurden. Ich mach die Knödel nicht so überdimensional groß, da mir dazu einfach dieser Monstertopf fehlt.

      500 gr. Mehl (am Besten Wiener Griesler)
      1 Würfel Hefe
      ca. 1 Tasse warme Milch
      1 Tl. Zucker
      4 altbackene Brötchen kleinschneiden und in reichlich Butter (ca. 125 gr.) wie Croutons goldbraun rösten
      gute Prise Salz
      4 Eier

      Zuerst die Brötchen in Würfel schneiden.
      Das Mehl in eine Schüsse gebenl, in der Mitte eine Kuhle machen, die Hefe reinbröckeln, 1 Löffel Zucher drauf und mit einem Teil der warmen Milch angießen um in der Mitte der Schüssel einen kleinen Mehlteig herzustellen. Geschirrtuch darüber geben und in der Küche, nähe Herd, stehen lassen.

      Dann dann ca. 130 gr. Butter in einer Pfanne auslassen und etwas anbräunen, die geschnittenen Brötchen dazu, etwas Salz darüberstreuen und gut goldbraun rösten. Heiße Pfanne vom Herd wegstellen.

      In der Zwischenzeit ist unser „Mehlteigerl“ soweit hochgegangen das wir den Teig weiter verarbeiten können. Am Rand der Schüssel auf das Mehl eine gute Prise Salz verteilen, die aufgeschlagenen Eier in der Mitte auf das Mehlteigerl geben und mit den Teigrührern des Handmixers von innen heraus das ganze gut vermischen. Immer wieder von der warmen restlichen Milch nachschütten, damit ein schöner Teig entsteht der nicht so ganz furchtbar fest sein muss, aber auch nicht davonlaufen darf. Dann ist der Moment gekommen, wo wir in den Teig die warmen gerösteten Semmelwürfel geben und mit dem Teigrührern gut drunterarbeiten. Der Teig sollte dann eine Konsistenz haben, so dass er nicht davonläuft!

      Ein Brett mehlen, Aus dem Teig 4 Teile machen und aus jedem Teil auf dem bemehlten Brett kleine Brote formen. Mit dem Geschirrtuch wieder abdecken.
      Wärend die Knödel noch einmal gehen dürfen, 2 große Topfe mit Salzwasser aufkochen lassen. Bis das Wasser gekocht hat, sind die Knödel genügend aufgegangen und können zugedeckt gekocht werden. Die Knödel werden ziemlich groß, daher die 2 Töpfe. Nun….Deckel auf……Knödel mit der Unterseite nach oben in den Topf geben und sofort zugedeckt kochen lassen. Die Küchenuhr auf 10 Min stellen. Wenn die Uhr klingelt…..Deckel kurz aufmachen…Knödel drehen und sofort wieder verschließen. Noch einmal 10 Min. kochen lassen aber dann auch sofort herausnehmen und in der Mitte durchschneiden, damit sie nicht zusmmenfallen.

      Früher machte man das wirklich mit einem Bindfaden, doch heute kann man auf die moderne Technik durchaus zurückgreifen und sich eines elektrischen Messers bedienen. Das geht perfekt. Die einzelnen Knödel dass in ca. gut 2 cm. dicke Scheiben aufschneiden und etwas zusammendrücke, sodass die Form den Knödels erhalten bleibt.
      Ich lasse sie erkalten und fülle dann Knödel für Knödel in Gefriertüten, verschließe sie gut und ab in den Gefrierschrank.

      So ist immer ein Vorrat im Hause. Wenn der/die Knödel dann benötigt werden, einfach den Gefrierbeutel 3 – 4 mal einstechen, in die Microwelle legen und ca. 3 -4 Min bei mittl. Hitze wärmen. Schmeckt dann einfach wie frisch zubereitet..

      Nicht nur eine tolle Beilage zu Gulasch, sondern auch zu Ente oder Gans oder zu einem feinen sautierten Tafelspitz mit Dill.- oder Krensoße! Ein echtes Geschmackserlebnis. (Auch als Geröstel mit Zwiebeln, Salz, Pfeffer, viel Majoran und Eiern drüber ein Highlight. Dazu Gurkensalat und alles ist perfekt)

      Allen, die es ausprobieren möchten, wünsche ich gutes Gelingen und vor allem einen guten Appetit! 😀 😀

  • Reply
    Maria
    24/09/2013 at

    Sieht sehr einfach und lecker aus. Hab ich noch nie gekocht – steht nun aber auf meiner To-Do-Liste. Danke fürs Rezept – netter Blog! 🙂

    Liebe Grüße,
    Maria

    • Jule
      Reply
      Kochmädchen
      24/09/2013 at

      Ist es beides. 🙂 Berichte doch mal, wenn du sie probiert hast!

    Lasst uns einen Kommentar da und wir freuen uns wie wild! :-)