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Buchrezension mit Rezept und Verlosung: Das Beste vom Schwein – Süddeutsche Zeitung Edition

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Unbenannt-1 KopieHalli Hallo!

Bevor es losgeht mit der nächsten Rezension möchte ich ein paar Worte an alle Veganer und Vegetarier unter euch richten. Wenn ihr in eurem Verwandten- und Bekanntenkreis niemanden habt, der sich wirklich für die Fleischproduktion und für gute hochwertige Fleischgerichte interessiert, dann besucht lieber unsere vegane Kategorie, denn diese Rezension ist dann definitiv nichts für euch. Sorry.

Allen anderen möchte ich heute ein hochinteressantes Buch ans Herz legen. Über 200 Seiten randvoll mit Informationen über das Schwein und ganz vielen Rezepten. Am Ende der Woche wird auch dieses Buch an einen neuen Besitzer gehen. Eure Vorschläge gebt ihr einfach in einem Kommentar am Ende ab.

Rezension

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Das Beste vom Schwein von Burkhard Schork

In der heutigen Zeit wird ja viel darüber diskutiert, ob vegane Ernährung, vegetarische Ernährung oder Ernährung mit tierischen Produkten der richtige Weg ist. Es ist neben der ernährungstechnischen Frage auch vor allem eine Gewissensfrage. Wir versuchen den Fleischkonsum in unserer Familie immer weiter zu verringern, essen oft vegetarisch, manchmal auch vegan, aber doch hin und wieder ein Stück Fleisch.

Wenn man im Super- oder Biomarkt an den Kühltruhen mit Fleisch vorbei geht, dann springen einem vor allem Schweinehackfleisch, Schweinefilet und Schweinebraten ins Auge. Das war es dann aber meist auch schon. Das ist eine Schande, denn ich finde, wenn so ein Schwein schon sterben muss, dann nicht nur, damit es Schweinefilet gibt. Man sollte so viel wie möglich vom Tier verarbeiten. Der Spruch „from nose to tail“ trifft es wirklich gut.

Meine Oma lebt in einem Dorf in Thüringen. Ich bin aufgewachsen mit der Tatsache, dass jährlich ein Schwein geschlachtet wurde. Ein großes Ereignis bei dem Nachbarn und Freunde mitgeholfen haben und mittags alle bei einer großen Schlachteschüssel zusammen kamen. Dort war es selbstverständlich, dass auch Innereien gegessen wurden. Das Herz bekam mein Opa. Nieren wurden teilweise dazu gekauft, damit alle ein Stück bekamen. Nie wäre man auf die Idee gekommen, diese Teile des Schweins wegzuwerfen um nur das Filet zu essen. So ein Schlachtefest war und ist dort immernoch ein großes Ereignis.

An dieser Stelle setzt das Buch ein. Es zeigt auf, welche Teile vom Schwein verarbeitet werden können, beschreibt die Geschichte der Schweineschlachtung und des Schweins selber. Wusstet ihr, dass es heute noch 24 Schweinerassen gibt? Laut Buch werden diese Schweinerassen nur überleben, wenn sie der Verbraucher auch isst.

Ein Kapitel des Buches behandelt ausführlich die Qualität des Schweinefleischs. Wie sieht eine artgerechte Haltung aus? Wie beeinflusst das Schweinefleisch unsere Gesundheit? Wie wird geschlachtet? Welche Hygieneregeln gibt es? Warum hätte Brüssel fast der schwäbischen Maultasche ein Ende bereit? Welche Geschichte hat das Schlachten in Deutschland? All diese Fragen werden ausführlich mit vielen Detailfotografien beantwortet. Dabei bleibt der Autor immer sachlich und informativ, sodass man sich als Leser am Ende selbst eine Meinung bilden kann.

Dem Informationsteil folgen viele Rezepte in folgenden Kategorien:

  • Saumäßig gute Salate
  • Die Maultasche
  • Saustarke Suppen
  • Schweineleckere Kleinigkeiten
  • Auch der Landmann liebt die gute Küche
  • Saugute Hauptgerichte
  • Most und Wein, das muss sein
  • Konservierte Schweinereien
  • Nicht nur eine Frage der Höflichkeit
  • Grundrezepte
  • Traditionelle Beilagen

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Ein weites Spektrum, was wirklich alle verwertbaren Teile des Schweins abdeckt. Süße Senfrahmsuppe mit Nierentörtchen, hausgemachte Gewürzgurken, Rotwurst nach Thüringer Art, graue Leberwurst, Currywurstsuppe, Wurstsalat mit Speck-Brägele, Spargel mit gepökelten Schweinelachs, Bietigheimer Vespermett sind nur einige der Rezepte im Buch.

Ich gebe zu, Hirnsufflé, Presssack und Zunge bereiten mir auch ein wenig Unbehagen. Ich weiß noch nicht mal, ob es einen Fleischer in unserer Umgebung gibt, der dies im Angebot hat. Diese Gerichte werden es wohl nie in meine Küche schaffen, aber sie gehören einfach dazu, wenn man ein Buch „Das beste vom Schwein“ nennt. Ich hoffe, dass es viele Menschen gibt, die Gefallen an solchen Gerichten finden und diese Rezepte austesten werden.

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Wer Schweinefleisch isst, der sollte sich dieses Buch in jedem Fall einmal anschauen. Damit man weiß, was man da auf dem Teller hat und damit man sich für einen bewussten Umgang mit Fleisch in der Küche entscheiden kann.

Ein tolles Plädoyer für einen verantwortungsvollen Genuss von Schweinefleisch!

Ein Rezept möchte ich euch noch genauer vorstellen. Ich habe mich gegen Zunge, Nieren und Schweinebäckchen entschieden und ein Rezept für euch ausgesucht, was in jedem Fall leicht nachzumachen ist.

Rezept

Schinkenröllchen mit zweierlei Selleriesalat

Schinkenröllchen mit zweierlei Selleriesalat

Das im Buch vorgeschlagene Dressing zum Salat sah Fleischbrühe, Senf, Walnussöl, Sonnenblumenöl, Haselnuss- oder Erdnussöl, Traubenkernöl, Olivenöl, Balsam- und Weinessig vor. Die Menge an Öle hat meine Küche nicht zu bieten. Ich habe das Rezept abgewandelt. So war es auch sehr gut. Wer das Originaldressing probieren möchte, dem verrate ich gerne das Originalrezept.

Zutaten

für die Schinkenröllchen

1 Staudensellerie
Meersalz
6 Scheiben gekochter Schinken

für den Selleriesalat

300 Gramm Knollensellerie
Sonnenblumenöl zum Braten
50 ml Fleischbrühe
2 TL Dijonsenf
2 EL Sonnenblumenöl
1 EL Balsamicoessig
Salz, Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung

Staudensellerie putzen, die Fäden entfernen und dann 6 dünne Stücke schneiden. Die Selleriestücke im kochenden Salzwasser bissfest garen. Jedes Stück danach in eine Schinkenscheibe einrollen und schräg einschneiden.

Für den Salat den Knollensellerie putzen und in kleine Stücken schneiden. Die Stücke im kochenden Salzwasser bissfest garen. 300 Gramm Staudensellerie in Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit Sonnenblumenöl anschwitzen. Danach zu den Knollenselleriescheiben geben.

Die Zutaten für das Dressing in einer separaten Schüssel verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Danach über den Sellerie geben.

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Das-Beste-vom-Schwein-Rezension

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Ich hoffe ich konnte eure Neugierde ein wenig wecken? Jetzt verratet mir doch, wen wir mit diesem Buch eine Freude machen können! Alle genauen Informationen findet ihr hier.

Liebe Grüße!

Susi

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7 Kommentare

  • Reply
    Tabea
    27/04/2016 at

    Also die Idee hinter diesem Buch finde ich genial! Ich esse zwar kein Fleisch mehr, aber das liegt daran, dass ich nur die Tiere essen mag, bei denen ich weiß, wie sie aufgewachsen sind. Und zwar wirklich weiß – d.h. nur die eigenen Tiere. Da wir keine mehr haben, gibt es also auch kein Fleisch mehr.
    Innereien standen bei uns früher zwar auch nicht auf dem Speiseplan, aber vom Fleisch wurde wirklich immer alles verwertet. Das finde ich so enorm wichtig, aber scheinbar machen sich darüber nur die allerwenigstens Menschen Gedanken…
    Super Rezension!
    Liebe Grüße

  • Reply
    Daniela S
    29/04/2016 at

    Ich probiere in der Küche wahnsinnig gerne immer wieder neue Gerichte und Kreationen aus und experimentiere gerne. Daher bin ich immer auf der Suche nach schönen neuen, aufregenden Rezepten, die ich nachkochen kann. Ein Kochbuch rein über Gerichte, die sich nur ums Schwein drehen, besitze ich noch gar nicht, daher wäre das perfekt.
    Mit den schönen Speisen würde ich dann gerne meine Familie verwöhnen, damit sie sich auch an den neuen Kreationen erfreuen kann.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  • Reply
    Deborah
    30/04/2016 at

    Eine super Sache – auch wenn ich mir ehrlich gesagt mit Innereien nicht wirklich anfreunden kann. Dennoch denke ich, dass das Buch sehr interessant ist, denn es gibt ja noch genug andere Teile und dazu bestimmt tolle Rezepte.

    Liebe Grüße
    Deborah

  • Reply
    Larissa
    02/05/2016 at

    Hallo Susi,
    Schön, dass es jedes Jahr diese Aktion gibt, ich lerne immer wieder neue Blogs kennen! Ihr seid sofort in meinem RSS Feed gelandet! ;-)
    Ich beschäftige mich viel mit meinem Fleischkonsum und habe Schwein oft gemieden und dem Rind den Vorzug gelassen. Besonders spannend finde ich die Kategorie „Konservierte Schweinereien“. Ich werde demnächst Tante und möchte für’s Wochenbett Essen einkochen – da finde ich in dieser Kategorie bestimmt Ideen.
    Den Salat probiere ich diese Woche direkt mal aus – allerdings mit Spargel, mit Stangensellerie werde ich irgendwie nicht warm.
    Liebe Grüße,
    Larissa

  • Reply
    Birgit B.
    09/05/2016 at

    Jetzt möchte ich als Rheinland-Pfälzerin doch mal zur Ehrenrettung von Saumagen, Presssack und Co antreten.

    Ich bin davon überzeugt, dass ein großes Vorurteil gegen diese Art von Wurst ausschließlich dem Namen geschuldet ist, nicht dem Inhalt.

    Würde diese Wurst „feine Schweinswurst“ oder „feine Räucherwurst“ oder einen ähnlich wohlklingenden Namen tragen, würden Sie wohl weitaus mehr Menschen essen.

    Ich weiß, wovon ich spreche: Ich aß sie auch nicht, bevor mich nicht mein Nachbar mal zum Mittagessen einlud und mir eine Scheibe gebratene Wurst vorsetzte, die ich nach anfänglicher Skepsis dann auch nur aus Wohlerzogenheit probierte.

    Aber siehe da: Sie schmeckte.
    Ich habe das gleiche bei Mann und Sohn ausprobiert, nachdem mein Sohn damals geschworen hatte, so etwas würde er im Leben nicht essen.

    Er aß den Pfälzer Saumagen mit großem Genuss und hielt es für eine gebratene Leberwurst mit Kartoffelstückchen.

    Vielleicht sollte man weniger auf den Namen geben und sich einfach mal an den Geschmack heranwagen:

    Ich habe jahrzehntelang gesagt: im Leben keine Nierchen. Aber eigentlich nur deshalb, weil man die auch bei mir zuhause nicht aß und sich schüttelte beim Gedanken. Auch hier war ich dann zu Gast bei einer Freundin meiner Mutter.

    Und auch hier ein Geschmackserlebnis: mit einer fantastischen Soße schmeckten sie richtig lecker. Sie werden nicht zu meinem Lieblingsfleisch … aber sie sind auch nicht eklig, wie ich stets dachte.

    Hier sollte nicht unerwähnt bleiben, dass insbesondere die Art der Zubereitung (Entfernung des Fetts, sehr, sehr gute Wässerung) erheblich zur Geschmacksverbesserung beiträgt.

    Auch die vielgescholtene Leber ist – gegrillt oder mit Apfelringen, Schmorzwiebelchen und Kartoffelbrei ein echter Genuss. Klar sollte man sie nicht täglich essen, sie entgiftet – wie auch die Nieren – den Körper. Aber wer isst schon täglich das Gleiche?

    Nur: Leider kennt ja kaum noch wer die notwendigen Zubereitungsarten. Ich leider auch nur grob, weshalb ich mich selbst auch noch nie an die Zubereitung heranwagte.

    Dabei würde ich gerne mal selbst gemachte gebratene Leber essen und den Ochsenmaulsalat (ok, kein Schwein, aber auch in Vergessenheit geraten) meiner Kindertage sowie die äußerst würzige Wurst-/ Schlachtsuppe habe ich in bester Erinnerung.

    Und wer sich am Namen stört, sollte bedenken, dass die deutschlandweit heißgeliebte Fleischwurst nahezu die gleichen Inhaltsstoffe (Schweinefleisch mit geringem Sehnenanteil, Backen, Speck) nur halt keine Schwarte enthält. Man muss es nur lang genug kuttern … Dann sieht der Verbraucher die Inhaltsstoffe nicht mehr und schon wird es – dank des appetitlichen Namens – gerne gegessen.

    Also ich würde mich sehr über das Kochbuch freuen, denn ich würde mich gerne mal an die Zubereitung weniger bekannter Fleischstücke wenden, die man in normalen Fleischkochbüchern nicht findet.

    Nicht aus Sparzwang, weil Innereien billiger sind, sondern einfach, weil ich überwiegend wirklich gute Erinnerungen an diese Produkte habe, wie viele Menschen über 50 sicher auch.

    Auch ich bin mit Hausschlachtung einmal jährlich aufgewachsen und auch uns kam es nicht in den Sinn, Teile des Tieres wegzuwerfen.

    – Schweineschwänzchen in Erbsensuppe
    – Schweinskopfsülze
    – Schweinefüßchen in deftigen Suppen
    mit gekocht
    – Eisbein
    – fetter Speck zum Auslegen von Pasteten /
    Terrinenschalen
    – etc.

    Nein, auch ich mag das nicht täglich essen: dazu liebe ich Gemüse und Obst viel zu viel.

    Aber ich finde es zum einen mehr als schade, dass hier leckere und schmackhafte Rezepte, die uns lange Jahre durch die Kindheit begleiteten, verschwinden, obwohl sie für viele Landstriche eigentlich zum Kulturgut zähl(t)en, wie eben Pfälzer Saumagen.

    Und zum anderen möchte ich nicht der Verschwendung Vorschub leisten: Wenn ich schon nicht dauerhaft als Vegetarier leben möchte (zwischendurch sehr gerne mal), dann möchte ich nicht mehr Tiere auf dem Gewissen haben, als nötig, nur weil ich wesentliche Teile des Tieres einfach so wegwerfe bzw. nicht verbrauche und der Markt entsprechend reagiert.

  • Reply
    Holger Meytan
    18/08/2016 at

    Schwein ist meiner Meinung nach immer noch bei vielen total unterbewertet. Man kann so tolle Sachen daraus machen! Warum bestehen immer alle auf Rindfleisch? Beste Grüße

    • Reply
      Susi
      21/08/2016 at

      Lieber Holger,

      da stimme ich dir zu 100% zu! Liebe Grüße! Susi

    Lasst uns einen Kommentar da und wir freuen uns wie wild! :-)