Backen/ Brot und Brötchen

Rezept: No knead Dinkel-Vollkorn-Zwiebel-Brot in meiner neuen Cocotte gebacken (Werbung)

Dinkel-Roestzwiebel-BrotThema der Woche :: Rezepte gegen den Herbstblues
Jule

 

Hallo, ihr Lieben!

„Oh, wunderschöner Topf, Mama!“, rief meine Zweieinhalbjährige aufgeregt, als sie meinen Setaufbau entdeckte, den ich wie immer in Windeseile arrangiert hatte, um noch viel schneller die Fotos zu diesem Beitrag zu schießen. Kaum ausgesprochen, wurde auch sein Inhalt begutachtet, beschnuppert und befühlt. Ihr Urteil war klar:
„Mhhh, lecker Brot. Ich auch haben?“
„Nachher, mein Mäuschen“, antwortete ich, schließlich neigte sich der Tag dem Ende und somit dem Abendbrot zu. „Und auch nur ein Scheibchen“, erinnerte ich sie mit einem Augenzwinkern.
Ich wusste, dass sie längst beschlossen hatte, dass das Brot ihres war und Teilen überhaupt nicht infrage kam. Die Minimaus war sichtlich enttäuscht und wachte, während ich die restlichen Bilder machte, mit Argusaugen über ihr AbendBROT. Und so wurde das Fotoshooting augenblicklich zu einem Gemeinschaftsprojekt. Nicht zum ersten Mal übrigens; es fand sich schon öfter Mal ein Händchen oder eine Locke am Set. ;)

Dinkel-Roestzwiebel-Brot Dinkel-Roestzwiebel-Brot Dinkel-Roestzwiebel-BrotMeine Cocotte

Ich kann sie gut verstehen. Ich bin auch jedes Mal ganz aufgeregt, wenn ein Brot wohlig duftend und heiß knisternd aus dem Ofen kommt. Es ist so anders, als Brot beim Bäcker zu kaufen, ganz gleich, wie gut es schmeckt.

Beim Backen im Topf ist es besonders spannend, denn erst nach Ende der Backzeit lüftet er sein Geheimnis und verrät, ob der Laib gelungen ist. Ich backe neuerdings in einer wunderschönen Cocotte* von Staub, einem französischen Bräter aus dem Elsass, dessen Eisenguss mit Emaille überzogen ist. Die gleichmäßige Wärmeverteilung ermöglicht es nicht nur, fantastische Brote zu backen, auch Gargut wird gleichmäßig und kross gebraten und anschließend saftig gegart. Für besonders zartes aromatisches Fleisch sorgt hier die spezielle Oberflächenstruktur des Deckels, an der sich beim Garen Kondenswasser sammelt, das immer wieder auf das Gargut abperlt. Die Cocotte ist für alle Herdarten und sogar für Induktion geeignet.

Staub-Cocotte-BrotStaub-Cocotte-BrotWer sich für Gusseisen entscheidet, muss sich allerdings im Klaren sein, dass die Produkte gut schwer sind und mit beiden Händen transportiert werden müssen. Meine Cocotte mit 26 cm (und 5,2 L Fassungsvermögen) wiegt (unbefüllt) etwas über 5 Kilo. Ich habe die Version mit Dämpfeinsatz, der demnächst getestet wird.

Staub-Cocotte-Brot Staub-Cocotte-BrotUm Brot in der Cocotte zu backen, ist es wichtig, sie gut und mit Deckel vorzuheizen (mindestens 45 Minuten bei mindestens 250° C). Der hineingestürzte Brotteig darf direkt hinein; weder muss die Cocotte gefettet, noch der Teig extra bemehlt werden. Ich stelle sie jedes Mal auf einen Rost und schiebe ihn in die zweite Schiene von unten. Ein zusätzliches Schwaden ist nicht nötig, da die Wärmezirkulierung im Inneren das Brot schön auftreiben lässt.

Stellt einen Bräter bitte niemals auf den Ofenboden – das Brot verbrennt euch durch die starke Hitze von unten (extra für euch getestet ;)).

Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, habe ich ein schönes Rezept für ein besonders kräftig aromatisches No-knead-Bread für euch (entdeckt bei Ina von Feinschmeckerle), das durch den hohen Dinkel-Vollkorn-Anteil an ein Sauerteigbrot erinnert. Nur ohne Sauerteig. Dafür mit Röstzwiebeln im Teig, die es extra herzhaft machen.

Rezept

Dinkel-Roestzwiebel-BrotTopfbrot mit Dinkel und Röstzwiebeln ohne Kneten (Übernachtgare)

Zutaten

650 ml lauwarmes Wasser
3 g frische Hefe
1 TL Zucker
1 TL Salz
500 g Dinkelvollkornmehl
200 g Dinkelmehl, Type 630
50 g Röstzwiebeln

Zubereitung

Die Hefe im Wasser auflösen, anschließend Zucker und Salz hinzugeben und verrühren, bis alle Kristalle mit dem Wasser verbunden sind. Das Mehl und die Röstzwiebeln mit einem Holzlöffel unterrühren, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind. Den Teig für etwa 12 Stunden (oder über Nacht) abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen. Der Teig ist am nächsten Morgen sehr klebrig und so weich, dass er von der Arbeitsfläche fließen möchte. Das ist genau so, wie er sein soll!

Ich habe den Teig auf eine stark bemehlte Arbeitsfläche gestürzt und ihn fünfmal mit leicht angefeuchteten Händen gefaltet, großzügig Mehl drumherum und wenig obenauf gestreut und den Teig so, das Mehl mit einer Teigkarte immer wieder unterschiebend (sodass sich eine Art Laib formt), von der Arbeitsplatte in ein stark bemehltes Gärkörbchen geschoben. Besser wäre jedoch, den Teig in eine mit Mehl ausgestreute Schüssel zu füllen, ihn dort zu falten und zu einem Laib zu formen. Anschließend muss der Teig für weitere zwei Stunden abgedeckt gehen.

Den Ofen mit gusseisernem Topf oder Bräter (inklusive Deckel) bei 250° C (Umluft) die letzten 45 Minuten der Gare vorheizen.

Den Teig aus Schüssel oder Gärkörbchen in den heißen Topf stürzen und sofort verschließen. Für 30 Minuten bei 250° C backen, anschließend den Deckel abnehmen und weitere 15 Minuten bei 220° C fertig backen.

Auf einem Rost auskühlen lassen.

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Noch bis Montag könnt ihr diese wunderschöne Kürbis-Cocotte von Staub bei unserem Blog-Event gewinnen, indem ihr uns euer Rezept gegen den Herbstblues einschickt.

Staub_HerbstbluesBildquelle: Staub

Damit wäre es bis zu eurem ersten Topfbrot dann mit Sicherheit nicht mehr weit. :)

Ich schicke euch liebe Grüße

Jule

** Die Cocotte wurde mir freundlicherweise von der Firmau Staub zur Verfügung gestellt. Meine Meinung im Test blieb davon jedoch unberührt.

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10 Kommentare

  • Reply
    Elsa
    05/11/2015 at

    Hihi, das mit dem begutachten und anfassen..das könnte auch ich sein. Frisches Brot ganz frisch aus dem Ofen muss ja schließlch auch sofort und ganz frisch in den Mund!
    Ein toller Post :)

    Liebe Grüße
    Elsa

    • Reply
      Jule
      05/11/2015 at

      Danke schön, liebe Elsa. Vermutlich versteht das nur jemand, der schon einmal selbst Brot gebacken hat – das ist einfach etwas ganz Besonderes. :)

      Viele liebe Grüße
      Julia

  • Reply
    Sandra Gu
    05/11/2015 at

    Ich höre mir immer das Knistern an, wenn das Brot aus dem Ofen kommt – einfach toll :D

    Und Dein Brot ist auch großartig geworden ♥

    • Reply
      Jule
      05/11/2015 at

      Das ist es. :) Einer der vielen Gründe, weshalb man sein Brot selber backen sollte. :)

      Ich danke dir!

  • Reply
    feinschmeckerle
    05/11/2015 at

    das brot ist einfach toll geworden :-)

  • Reply
    Julia
    07/01/2016 at

    Hey deine Brote sehen sehr verlockend aus Im Topf funktioniert es immer besonders gut :) Liebe Grüße julia

    • Reply
      Jule
      12/01/2016 at

      Lieben Dank! Ja, ich backe total gern im Topf. Die Kruste ist einfach unvergleichlich. :)

      Liebe Grüße
      Jule

  • Reply
    Vivian
    28/08/2017 at

    Liebe Jule,
    reichen wirklich 3 g frische Hefe aus?
    Viele Grüße
    Vivian

    • Reply
      Jule
      29/08/2017 at

      Liebe Vivian,

      ja, die drei Gramm reichen vollkommen, wenn die Hefe über Nacht fleißig arbeiten kann. :) Solltest du keine Löffelwaage zum Abwiegen der kleinen Menge haben: 3 Gramm sind in etwa so groß wie drei Reuskörner. 😊

      Bin gespannt, ob du dich an dem Brot probierst!

      Liebe Grüße
      Jule

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